Interim Manager Personalabbau

Projektbeispiel :

"HR-Manager Personalabbau"

HR Manager Personalabbau

Kunde war ein internationaler Automobilzulieferkonzern mit Sitz in den USA. Das Unternehmen hat in Europa unterschiedliche Produktionswerke, welche Komponenten für diverse Automobilkonzerne fertigen. In Deutschland hatten verschiedene Fabriken die vorgesehene Betriebslaufzeit erreicht. Der Kunde hat sich daher entschieden, die Produktion an einem Standort mit einer besseren Kostenstruktur neu aufzubauen. Ich wurde als externer HR Manager für die anstehende Restrukturierung beauftragt.

Projekt »HR Manager Personalabbau«

Einerseits hat der Kunde sich eine professionelle Projektsteuerung bei der anstehenden Betriebsstilllegung gewünscht. Der Kunde suchte einerseits eine Unterstützung bei der Umsetzung des Personalabbaus und der Einrichtung der Transfergesellschaft. Daneben sollten die Betriebsräte professionell betreut werden, da die Betriebsräte in der Gewerkschaft organisiert und professionell geschult waren. Erschwerend kam hinzu, dass das Werk auch nach Bekanntgabe der Schließung weiter produzieren sollte. Grund für die Beauftragung eines Interim HR Manager: Der Werkspersonalleiter hatte sich beruflich neu orientiert. Es gab zwei HR-Mitarbeiter, welche das operative HR Management übernommen haben. Dies hat gut funktioniert. Als Interim HR Manager habe ich mich daher auf die Personalleitung sowie den anstehenden Personalabbau konzentriert.

Aufgaben im Projekt HR-Manager Personalabbau waren:

 

  • Begleitung der Verhandlung von Interessenausgleich und Sozialplan

  • Kommunikation für Mitarbeiter zur Betriebsstilllegung

  • Begleitung des Town Hall Meetings

  • Umsetzung der Betriebsstillegung

  • Einrichtung einer Transfergesellschaft

  • Erstattung der Massenentlassungsanzeige

  • Verhandlung von Aufhebungsverträgen

  • Klärung von Anwartschaften aus Betrieblicher Altersvorsorge (BAV)

  • Abwicklung von Arbeitsverhältnissen

  • Durchführung von Exit-Interviews

Verlauf des Projektes

Der Kunde hat mich als HR Manager mit Fokus Restrukturierung beauftragt, um den Personalabbau zu betreuen. Es gab einerseits das Verständnis, dass der Arbeitsplatzabbau sozialverträglich ausgestaltet werden sollte. Gleichzeitig war der Kunde sich darüber bewusst, dass die Schließung des Werks viele Mitarbeiter hart treffen würde. Die Arbeitnehmer hatten eine hohe Erwartungshaltung an die soziale Ausgestaltung des Personalabbaus. Im Betrieb gab es einen erfahrenen und gut ausgebildeten Betriebsrat, der engagiert seine Rechte ausübte.

Als ich in das Projekt gestartet bin, war die Situation zwischen Werksleitung und Betriebsrat stark eskaliert. Der Betriebsrat hatte teilweise nicht realistische Forderungen gestellt. Gleichzeitig gab es in der lokalen Presse Beiträge, die den Arbeitgeber unter Druck setzen sollten. Der Kunde wurde durch eine internationale Anwaltsfirma vertreten, welche die Sozialplanverhandlungen straff terminiert hatte. So war der zeitliche Rahmen für die anstehenden Veränderungen gesetzt. Begleitend dazu hatte der Arbeitgeber ein mögliches Verfahren in der Einigungsstelle vorbereitet.

Projektplan zur Restrukturierung

Als HR Manager Personalabbau habe ich an den europäischen HR Director in Ungarn berichtet. Der Kunde hat großen Wert auf eine sorgfältige Projektsteuerung gelegt. Ich habe für den Kunden einen Projektplan erstellt, welcher genaue Zeitspannen für die Verhandlung des Sozialplans, die Auswahl des Anbieters der Transfergesellschaft, aber auch die Kontaktaufnahme mit der Agentur für Arbeit und die Erstattung der Massenentlassungsanzeige vorgesehen hat. Zusammen mit dem Kunden wurde sehr detailliert die administrative Umsetzung des Personalabbaus geplant – etwa welche Ressourcen für die administrative Abwicklung der Arbeitsverhältnisse benötigt wurden.

Interne Kommunikation verbessern

Teil der Unternehmenskultur des Kunden ist ein fairer Umgang mit Arbeitnehmern. Dem Kunden war eine wertschätzende Mitarbeiterkommunikation wichtig. Alle Mitarbeiter des Werkes sollten daher in einem Town Hall Meeting über die Entscheidung der Werksschließung detailliert informiert werden. Es gab den Wunsch, dass ich als externer HR Manager Personalabbau gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Werkes diesen Termin wahrnehme. Weiterhin hat der Kunde mich mit der Erstellung der Präsentationsunterlagen über die anstehende Werksschließung beauftragt. Hier sollten die Gründe für die unternehmerische Entscheidung kommuniziert werden. Wir haben in dem Meeting zudem das Instrument der Transfergesellschaft sowie das Sozialplanvolumen und den Faktor der Abfindungen vorgestellt.

» Town Hall Meetings für eine Betriebsstilllegung fallen auch mir nicht leicht. Als externer HR-Manager bringe ich jedoch die notwendige Distanz mit. Ich begegne schwierigen Situationen mit Sachlichkeit – so entspannt sich die Situation meist nach kurzer Zeit. «

Lars Schott, HR Manager
Interim Manager Personalabbau

Einrichtung der Transfergesellschaft

Kunde und Betriebsrat hatten unterschiedliche Vorstellungen bei der Auswahl des Anbieters der Transfergesellschaft. In den Sozialplanverhandlungen hat der Kunde dem Betriebsrat die Auswahl des Anbieters der Transfergesellschaft überlassen. Aufgrund meiner früheren Tätigkeit als Berater bei einem Anbieter von Outplacement & Transfergesellschaften wusste ich, welche Faktoren für Transfergesellschaften wichtig sind. Ich habe bei der Auswahl der Transfer-Berater einen Schwerpunkt auf die Netzwerke der Transfer-Berater zum lokalen Arbeitsmarkt gelegt sowie im späteren Reporting sehr engmaschig die Vermittlungsquoten und Arbeitsmarktkontakte abgefragt.

Betreuung der Betriebsräte

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Tätigkeit als HR Manager Personalabbau war die Betreuung der Betriebsräte im Verlauf der Restrukturierung. Der Kunde musste verschiedene mitbestimmungspflichtige Maßnahmen durchführen, damit er später das Werk schließen konnte. Verschiedene Anlagen mussten abgebaut und an den neuen Standort transferiert werden. Bei den Betriebsräten hatte sich teilweise eine sehr hohe Frustration angesammelt. In dieser Situation war mir der persönliche Kontakt zu den Betriebsräten sehr wichtig. Ich habe an allen Betriebsratssitzungen persönlich teilgenommen und kritische Fragen beantwortet.

Ganz klar: Betriebsratssitzungen können anstrengend sein. Mir ist es als HR-Manager jedoch wichtig, mich nicht hinter Anwälten zu verstecken. Es gilt, sich Frust und Verärgerung zu stellen und gemeinsam nach konstruktiven Lösungen zu suchen!

Personalabbau professionell gestalten

Der Kunde hat sich im Rahmen der Restrukturierung entschieden, den Personalabbau in zwei Wellen durchzuführen. Daher wurde zunächst ein Freiwilligenprogramm vorgeschaltet, um auf die Aussprache von betriebsbedingten Kündigungen zu verzichten. Als HR Manager Personalabbau habe ich intensiv den Kontakt zur Belegschaft gesucht und allen Mitarbeitern angeboten, in einem persönlichen Gespräch durch mich oder meine Mitarbeiter offene Fragen zur Berechnung der Abfindungen oder Aufnahme in der Transfergesellschaft persönlich zu beantworten. Weiterhin gab es ein starkes Bedürfnis, mehr über die steuerliche Behandlung von Abfindungen, den Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Sperrzeiten durch die Agentur für Arbeit zu erfahren.

Herausforderung Personalfreisetzung

Bei der Umsetzung von großvolumigen Personalabbauprogrammen liegt die Herausforderung für den HR-Manager in erster Linie in der administrativen Umsetzung. Hier wird Fachwissen bei der Erstattung der Massenentlassungsanzeige gefordert. Noch wichtiger ist jedoch die sorgfältige Ausfertigung aller vertraglichen Dokumente – und zwar unter massivem Zeitdruck. Auf diese hohen Anforderungen habe ich als externer HR Manager Personalabbau mit einer sorgfältigen Projektsteuerung reagiert, wobei die Arbeitsergebnisse von unterschiedlichen Stakeholdern geprüft und freigegeben wurden.

Die Erfolgsbilanz

Der Konzern konnte sein Werk wie geplant innerhalb des vorgesehenen Zeitfensters stilllegen. Am Ende des Tages hat auch die Belegschaft diese Entscheidung mitgetragen. Die Betriebsstilllegung konnte ohne einen einzigen Arbeitsgerichtsprozess umgesetzt werden. Weder der Betriebsrat nocht die Arbeitnehmer haben gegen Maßnahmen des Arbeitgebers geklagt. Die Transfergesellschaft ist gut angelaufen und alle Mitarbeiter konnten in den Arbeitsmarkt vermittelt werden. Der Vorsitzende des Betriebsrats sich sogar für die kooperative Zusammenarbeit bei mir bedankt: Er hat sich die Situation zwar nicht gewünscht, aber gemeinsam haben wir das Beste daraus gemacht.

Weitere Informationen:

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